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    Bosch Unternehmensgeschichte (Teil 2)

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    Der Weg zum weltweit tätigen Automobilausrüster
    Die zweite Phase der Unternehmensgeschichte etwa von 1900 bis 1925 war durch den Einstieg in die Kraftfahrzeugtechnik geprägt. Gleichzeitig begann die Internationalisierung des Unternehmens durch Gründung von ersten Handelsvertretungen und Produktionsstätten außerhalb Deutschlands. Diese Zeitspanne ist von einem tiefen Einschnitt geprägt: dem Verlust von Besitzungen außerhalb Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg und dem Wiederaufbau des Unternehmens.
    Mit der Weiterentwicklung der Magnetzündung für Automobile kamen 1898 die ersten Aufträge aus der Fahrzeugindustrie. Bosch wurde Autozulieferer und das Unternehmen erlebte durch den Erfolg des Automobils ein ungeahntes Wachstum. Waren es 1900 noch weniger als 40 Mitarbeiter, so stieg die Zahl bis 1907 auf fast 1 000. Zusammen mit dem britischen Partner Frederick Simms erfolgte die Gründung der ersten Niederlassungen außerhalb Deutschlands, in England und Frankreich (1898 und 1899). Bald war Bosch in nahezu allen europäischen Staaten und ab 1906 auch auf anderen Kontinenten vertreten. Dazu gehörten etwa Verkaufsniederlassungen in den USA und Südafrika (1906), Australien (1907), Argentinien (1908), China (1909) und Japan (1911).
    Die erste Fabrik

    Robert Bosch nahm 1901 mit 45 Mitarbeitern die erste eigene Fabrik in Stuttgart in Betrieb. Der Bezug dieses damals neuen und hochmodernen Gebäudes kennzeichnete den Übergang von der handwerklichen zur industriellen Fertigung. 1910 kam die zweite deutsche Fabrik im nahen Feuerbach hinzu. Die Produktivität war eindrucksvoll: Bis 1915 wurden zwei Millionen Magnetzünder gefertigt. Die elektrischen Installationen traten in den Hintergrund und die Firma entwickelte sich zum reinen Automobilausrüster. Zeitweilig errang Bosch auf dem Markt für Magnetzündsysteme fast eine Monopolstellung mit über 90 Prozent Weltmarktanteil im Jahr 1913.
    Automobilausrüstung, Krieg und Wiederaufbau

    Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges war Bosch auf allen wichtigen Märkten vertreten. Mit mehr als 88 Prozent Umsatzanteil außerhalb Deutschlands war Bosch schon 1913 ein global tätiges Unternehmen. In diesem Jahr kam auch der zweite große automobile Meilenstein von Bosch auf den Markt: die Beleuchtungsanlage „Bosch-Licht“ für Automobile. Mit Lichtmaschine, Batterie und Scheinwerfern war sie das erste komplette System von Bosch und gleichzeitig die Basis für die heutigen elektrischen Bordnetze in Kraftfahrzeugen. In dieser Phase der Unternehmensentwicklung begann Robert Bosch, Gelder für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung zu stellen, unter anderem den gesamten Gewinn aus den Rüstungsaufträgen des Ersten Weltkrieges. Die Folgen des Weltkrieges, vor allem den Verlust eines großen Teils der Vertretungen und Fabriken außerhalb Deutschlands, überwand das Unternehmen in den frühen 1920er Jahren schnell, trotz der schweren Inflation in Deutschland 1923 mit ihren verheerenden Folgen für die Volkswirtschaft. Bereits um 1925 war das Netz der Vertretungen außerhalb Deutschlands größer, als es vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges gewesen war.

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