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    Bosch Unternehmensgeschichte (Teil 3)

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    3. Neue Produkte, Modernisierung, Entstehung der heutigen Unternehmensverfassung

    Die dritte Phase der Unternehmensgeschichte von etwa 1925 bis 1960 war durch die Gründung neuer Produktbereiche jenseits der Kraftfahrzeugtechnik und durch die Neuordnung der Unternehmensverfassung geprägt. In dieser Phase zog sich Robert Bosch aus dem operativen Geschäft zurück. Er legte mit seinem Testament 1937, fünf Jahre vor seinem Tod, die Grundlage für die heutige Unternehmensverfassung. Diese Zeit war aber auch überschattet von Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg. Nach dessen Ende 1945 musste das Unternehmen erneut Fertigungs- und Handelsnetze außerhalb Deutschlands, wie auch die zerstörten Produktionsanlagen in Deutschland wiederaufbauen.

    Mitte der 1920er Jahre baute Robert Bosch die Geschäftsführung des Unternehmens um. Ausgangspunkt waren die dramatischen Auswirkungen der Krise der europäischen Automobilindustrie 1926: Der Umsatz des Unternehmens (1917 bis 1937 „Robert Bosch AG“) war von 1925 auf 1926 um rund 35 Prozent zurückgegangen. Robert Bosch setzte mit Hans Walz, Karl Martell Wild und Hermann Fellmeth eine neue Führungsriege ein und zog sich selbst im Alter von 65 Jahren aus der Unternehmensführung zurück.

    Krise 1926 und neue Produkte
    Das neue Führungstrio sah sch zu radikalen Einschnitten im Personalbereich auf allen Ebenen genötigt. Insgesamt belief sich der Stellenabbau von 1926 bis 1927 auf über 25 Prozent. Dass die Krise sich schnell in den Griff bekommen ließ, war zum einen den kurz zuvor eingeführten Rationalisierungsmaßnahmen zu verdanken, besonders der Produktion steigernden Fließbandarbeit ab 1925. Zum anderen begann das Unternehmen sich zu diversifizieren. Bosch setzte auf andere Produktsparten, um die einseitige Abhängigkeit von der Automobilindustrie zu reduzieren. Neue Produktbereiche wie Elektrowerkzeuge, Junkers Gasgeräte, Blaupunkt Radios, die Fernseh GmbH, Filmprojektoren und Haushaltsgeräte brachten das Unternehmen rasch aus der Schieflage. Zu den wichtigsten Meilensteinen dieser Neuorientierung gehören das erste Elektrowerkzeug (1928), das erste serienmäßige Autoradio Europas von Blaupunkt (1932) und der erste Bosch-Kühlschrank (1933).

    Dennoch entstand in dieser Zeit auch ein Produktbereich in der Kraftfahrzeugtechnik neu, der diese Bosch-Sparte dauerhaft stärkte: Die Dieseleinspritzung für Lastkraftwagen (1927), die seit 1936 ebenfalls für Personenwagen angeboten wurde und die technische Basis für spätere Benzineinspritzsysteme bildete.

    Zukunftsweisende Technologien entstehen
    Technologisch zeigte das Unternehmen in den 1950er Jahren verschiedene Gesichter: Innovationsrückstand in vielen Produktbereichen musste aufgeholt werden. Gleichzeitig aber arbeiteten die Entwickler auf anderen Gebieten mit Hochdruck an neuen, zukunftsweisenden Techniken, so etwa im Bereich der Elektronik im Kraftfahrzeug. Ein erster Erfolg in dieser Sparte waren die Varioden im Generatorregler 1958.

    Ein wichtiger Meilenstein war auch die mechanische Benzineinspritzung ab 1951. Hinzu kam die rasante Ausweitung der Produktpalette im Bereich Elektrowerkzeuge und Haushaltsgeräte, sicherlich eine Folge des einsetzenden westdeutschen „Wirtschaftswunders“.

    Als Auswirkung des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs in der Bundesrepublik Deutschland mit dem Weg in die Vollbeschäftigung machte sich bereits Mitte der 1950er Jahre ein zunehmender Arbeitskräftemangel im Ballungsraum Stuttgart bemerkbar, dem das Unternehmen mit der Gründung zahlreicher Werke in anderen Regionen Deutschlands von 1955 bis 1965 begegnete, zum Beispiel in Nürnberg, Ansbach, Giengen, Bühl und Blaichach.

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    1 Kommentar »

    Ein Kommentar to “Bosch Unternehmensgeschichte (Teil 3)

    1. Ronald meint:
      26.August 2009 um 13:39

      Das erste Foto ist ja mit hohem Kult-Charakter! Toll! 🙂