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    Bosch Unternehmensgeschichte (Teil 4)

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    4. Der Weg zum globalen Technologiekonzern

    Die vierte Phase der Bosch-Geschichte etwa von 1960 bis 1990 wurde zu ihrem Beginn durch tiefgreifende Reformen in der Struktur und der Verfassung des Unternehmens geprägt. Einen Endpunkt markierte der Fall des „Eisernen Vorhangs“.

    Noch 1959 hatte Fertigungsleiter Eugen Hagmaier ein Papier zur Zukunftsentwicklung der Bosch-Gruppe vorgelegt, das die Situation des Unternehmens vor allem von der Fertigungsseite her analysierte und daraus Konsequenzen formulierte. Im selben Jahr wurde mit der Gliederung des Unternehmens in Geschäftsbereiche begonnen. Den Anfang machte 1960 die Gründung des Geschäftsbereichs Elektrowerkzeuge.

    Dabei bemühte sich Hans Walz, Bosch-Ehrenvorsitzender und Vorsitzender des Testamentsvollstreckergremiums, um eine neue Verfassung für das Unternehmen. Diese Bemühungen führten 1964 zu einem wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte.

    Mit dem Einverständnis der Erben von Robert Bosch und in Übereinstimmung mit seinem Testament wurde die neue Unternehmensverfassung verabschiedet und die heutige − gemeinnützige − Robert Bosch Stiftung GmbH gegründet. Dieser Stiftung gehören heute rund 92 Prozent der Kapitalanteile an der Robert Bosch GmbH. Die Familie Bosch hält gut sieben Prozent der Anteile, die restlichen Anteile entfallen auf die Robert Bosch GmbH und die Robert Bosch Industrietreuhand KG. Ihre Stimmrechte in der Gesellschafterversammlung der Robert Bosch GmbH übertrug die Stiftung an die Robert Bosch Industrietreuhand KG.

    Zweite und Dritte Welle der Diversifizierung

    Ebenfalls 1964 begann eine zweite Welle der Diversifizierung. Sie erstreckte sich auf den Bereich Verpackungstechnik, den Bosch durch eine Reihe von Akquisitionen formte, und auf die Bereiche Pneumatik und Hydraulik, die im späteren Geschäftsbereich Automationstechnik aufgehen sollten.

    In der Tradition seiner Vorgänger Robert Bosch und Hans Walz richtete Hans L. Merkle, Vorsitzender der Geschäftsführung von 1963 bis 1984, ein besonderes Augenmerk auf die Stärkung des internationalen Geschäfts. Ein entscheidender Wurf gelang dabei mit der Gründung der ersten Bosch-Fertigung in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1973. Bosch war wieder auf dem Weg, die USA – wie schon vor 1914 – zum stärksten Markt außerhalb Deutschlands zu machen.

    Durch den schrittweisen Erwerb der Firmen Telenorma und ANT ab 1982 erschloss sich Bosch in einer dritten Diversifizierungswelle den Sektor Telekommunikation. Unter der Führung von Merkles Nachfolger Marcus Bierich, der den Vorsitz der Geschäftsführung 1984 bis 1993 inne hatte, wurden ab 1987 die Telekommunikationsaktivitäten ergänzt und gebündelt, allerdings erst 1989 endgültig zum Unternehmensbereich Kommunikationstechnik zusammengefasst. Andererseits war diese Phase aber auch vom Rückzug aus anderen Geschäftsfeldern geprägt. So zog sich Bosch ab 1986 nach fast 60 Jahren schrittweise aus dem Bereich Fernsehstudiotechnik und ab 1988 aus dem traditionsreichen Feld der Projektor- und Kameratechnik, an dessen Anfang die 1934 erworbene Eugen Bauer GmbH gestanden hatte.

    Innovationen für das Auto

    Die Zeit zwischen der Gründung der Geschäftsbereiche ab 1960 und dem Ende der Ost-West-Spaltung ist bei Bosch von bedeutenden Produktinnovationen geprägt, vor allem im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik. Dazu gehören die elektronisch gesteuerte Benzineinspritzung D-Jetronic (1967), das Antiblockiersystem ABS (1978), die elektronische Dieselregelung EDC (1986), das Navigationssystem Blaupunkt TravelPilot (1989) und das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP® (1995).

    In einer Zeit, als Diskussionen über Verkehrssicherheit und Umweltschutz einsetzten, zeigten diese Produktinnovationen die Lösungsansätze von Bosch für emissionsarme, sparsame und sichere Autos. Mit dem 3S-Programm „Sicher, sauber, sparsam“ ab 1974 gab Bosch diesen Bestrebungen einen Namen.

    Das Wachstum des Unternehmens in diesen rund drei Jahrzehnten wird anhand folgender Kennzahlen deutlich. So stieg der Umsatz von rund 2,2 Milliarden DM (rund 1,1 Mrd. EUR) im Jahr 1963 bis 1990 auf fast 32 Milliarden DM (rund 16 Mrd. EUR). Der Anteil am Umsatz außerhalb Deutschlands wuchs dabei wieder von 35 auf mehr als 50 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg die Mitarbeiterzahl von 73 000 auf über 180 000.
    (Quelle: Bosch)

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