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    WTCC Pau – Franz Engstler und das Safety-Car

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    Viel Schrott gab es beim 8. Lauf zur WTCC in Pau. Engstler verlor seine Siegeschancen durch eine Kollision mit dem Safety Car in der 2. Runde.

    Das zweite Rennen in Pau begann chaotisch. In der ersten Kurve kam es zur Kollision zwischen Priaulx und Müller, der mit einer gebrochenen Radaufhängung die Box ansteuern musste. Priaulx konnte auf Rang fünf weiterfahren. Farfus profitierte von diesem Zwischenfall und schob sich vom siebten auf den vierten Rang vor. Zanardi erwischten den besten Start: Der Italiener machte vom 20. Platz neun Positionen gut. Hernández war ebenfalls gut gestartet, schied jedoch nach einem Unfall mit Félix Porteiro (ES) auf Platz vier liegend aus.

    Als nach all diesen Zwischenfällen das Safety-Car auf die Strecke fuhr, kam es zu einer gefährlichen Situation: Der in Führung liegende BMW Privatfahrer Franz Engstler (DE) konnte dem Safety-Car nicht mehr ausweichen, das aus der Boxengasse direkt auf die Ideallinie gefahren war. Alle Beteiligten überstanden den Unfall unbeschadet, für Engstler war das Rennen jedoch vorbei.

    „Ich war gerade auf der Start/Ziel-Gerade als ich hörte, dass das Safety Car auf die Strecke kommt“, sagte Engstler auf Eurosport. „Daraufhin habe ich Tempo herausgenommen. Das Safety Car zog direkt in meine Linie und ich hatte keine Chance. Keine Ahnung warum der Fahrer des Safety Cars das gemacht hat. Ich hab versucht noch auszuweichen, dies war allerdings nicht mehr möglich.“

    Wer jetzt Schuld an der Kollision von Franz Engstler mit dem Safety-Car hat kann man meiner Meinung nicht genau sagen. Wahrscheinlich sowohl Engstler der das Tempo noch mehr hätte reduzieren können aber auch der Fahrer des Saftey-Cars. Fakt ist, auf so einer kurzen Strecke wie Pau ist das Safety-Car viel zu spät auf die Strecke hinaus gefahren. Hinzu kommt noch, dass der Fahrer viel zu weit nach links auf die Strecke eingebogen ist. Was mich am meisten daran stört sind ein paar andere Dinge. Wie man in der Formel 1 sehen kann ist es wichtig einen professionellen Safety-Car Fahrer zu haben, der auch professionell ausgestattet ist. Das heißt, die FIA stellt sehr strenge Auflagen für die Teams die an einer Motorsport – Veranstaltung teilnehmen hinsichtlich der Sicherheit für Fahrer und Fahrzeug. Und die FIA selbst ?? Schickt einen Safety Car Fahrer auf die Strecke im kurzärmeligen Hemd, ohne Helm und ohne jegliche Sicherheitsausstattung wir Fahreranzug etc.. Ganz zu schweigen von dem Fahrzeug das nichts anders war als ein Serienfahrzeug mit montiertem gelben Rundumlicht. Ich bin der Meinung das die FIA die gleichen Ansprüche die sie an Fahrer und Fahrzeuge stellt auch an die Safety-Car Fahrer und Fahrzeuge stellen sollte. Also der Fahrer muss eine Qualifikation nachweisen und entsprechend ausgestattet sein.Die ersten 10 des 8. Laufes in Pau (Frankreich):1. Alain Menu (Chevrolet)
    2. Augusto Farfus (BMW)
    3. Robert Huff (Chevrolet)
    4. Andy Priaulx (BMW)
    5. Alessandro Zanardi (BMW)
    6. Gabriele Tarquini (Seat)
    7. Yvan Muller (Seat)
    8. Eric Cayrolle (Seat)
    9. Nicola Larini (Chevrolet)
    10. Kristian Poulsen (BMW)

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    3 Kommentare »

    3 Kommentare to “WTCC Pau – Franz Engstler und das Safety-Car”

    1. Stefan Blank meint:
      18.Mai 2009 um 13:02

      Es ist wirklich unglaublich, was sich am vergangenen Wochenende auf der Rennstrecke in Pau abgespielt hat. Allein die Kommentare zu dem Unfall mit Franz Engstler und dem Safety-Car, die ihm (Franz Engstler) teilweise eine Mitschuld an dem Unfall zurechnen, finde ich -gelinde gesagt- von bodenloser Frechheit und Ignoranz.

      Wer sich das Video von Eurosport genau anschaut, kann kurz vor dem Crash einen Mann erkennen, der gelangweilt dem (bis dahin noch nicht sichtbaren) Safety-Car mit einer kurzen Handbewegung bedeutet, auf die Strecke zu fahren.

      Auch wenn Engstler in Kenntnis über den Einsatz des Safety-Cars war, bedeutet es noch lange nicht, dass er sofort seine Geschwindigkeit drosseln muss, zumal niemand damit rechnet, dass das SC hinter einer Kurve, für den Rennfahrer erst kurzfristig sichtbar, in der Mitte der Rennstrecke auf die Spitze des Feldes wartet und dabei nur langsam vor sich hin rollt. Erst als der Fahrer des SC erkennt, dass der Führende noch überaus zügig unterwegs ist, beschleunigt der sein SC. Es hat fast den Anschein, als wolle er Engstler dazu zwingen, seine Geschwindigkeit zu drosseln und hinter ihm zu bleiben.

      Die grösste Frechheit jedoch ist meiner Einschätzung nach jedoch, dass das SC ein Serienfahrzeug ist ohne jegliche Sicherheitsausrüstung und der Fahrer mit nicht weiter bekleidet ist, als mit einem gelben Hemdchen und einer beigen Hose.

      Hier erscheint ganz klar, dass dem Veranstalter dieses Rennens auf Jahre hinaus die Lizenz entzogen gehört. Wäre dieses Verhalten einem Teilnehmer nachzuweisen gewesen, wäre er nach einer Bestrafung durch die FIA zusätzlich noch in die Mühlen des DMSB gelangt und eben dort auch noch für sein Verhalten bestraft worden. Franz Engstler sollte sich einen guten Anwalt nehmen und den Veranstalter sowie den Fahrer des SC auf Schadenersatz verklagen. Die Aussichten stünden sicherlich sehr gut.

      Nebensächliche Anmerkung:
      Das Verhalten aller Werks-Seat-Piloten ähnelt stark einer Protestkundgebeung álà RENAULT-Clio-Cup 1996 im Rahmen des TRuck-GP auf dem Nürburgring.
      Die Clio-Fahrer wurden damals für ihr 2. „Rennen“, dass als Demonstration gegen Entscheidungen der damaligen Rennleitung ohne Überholvorgänge statt fand, mit sehr hohen Geldstrafen belegt, weil die Aktion im Rahmen einer FIA-Veranstaltung durchgeführt wurde.
      Hier jedoch scheint es keine KOnsequenzen gegeben zu haben.

    2. admin meint:
      18.Mai 2009 um 14:20

      @Stefan
      Genau das was Du schreibst ist auch meine Meinung ! Ich finde das Safety-Car samt Fahrer eine Frechheit. Da geht es um knallharten Motorsport und da ist das gelbe Hemdchen und die beige Hose in keinster Weise angepasst.

      Wer einmal Motorsport selber betrieben hat der weiss genau wieviel Aufwand man treiben muss in Punkto Sicherheit um nur an den Start gehen zu können. Mir ist es in Hockenheim einmal passiert (beim ersten Rennen der Sasion) das mein Helm „abgelaufen“ ist. Und ohne neuen Helm der bekanntlich ja kein Jogurt ist, hätte ich nicht starten dürfen. Eine richtige Konsequenz der FIA wäre es meiner Meinung nach auch den Veranstalter zu bestrafen. An der Stelle von Chevrolet würde ich auch mal ganz schnell für ein „anständiges „ sprich sicheres Safety-Car sorgen.

    3. Oliver Glaninger meint:
      11.Juni 2009 um 15:22

      Ich finde es eine bodenlose Frechheit was da abgeht.
      Ich bin profi SC Pilot und war fassungslos als ich dies gesehen hab.
      Unser SC entspricht allen nur erdenklichen FIA regeln, unsere Rennkelidung ebenso, auch besitze ich alle Lizenzen und wir geben ein Vermögen für die Sicherheit und Ausbildung aus pro Jahr und dann kommt da einer mit gelebn Hemdchen und beigen Sommerhosen und fährt mit einem oberpeinlichen Strassenwagen dem Franz vor die Flinte.
      Die sollten unser Profiteam einsetzen und nicht so Dilletanten. Den wenn der Safety Car zum Sicherheitsrisiko wird, stimmt was nicht mehr!