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    Bosch Unternehmensgeschichte (Teil 5)

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    5. Neue Herausforderungen der Globalisierung

    Die fünfte Phase der Bosch-Geschichte begann um 1990 und dauert bis heute an. Sie ist durch die Öffnung der osteuropäischen Märkte, das rapide Wachstum asiatischer Wirtschaftsräume und die weltweite Vernetzung von Entwicklung, Produktion und Vertrieb geprägt. 1993 übergab Marcus Bierich den Vorsitz der Geschäftsführung an Hermann Scholl. In dieser Zeit war die Phase des Kalten Krieges beendet und die Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes befanden sich in einem Demokratisierungsprozess, der für Bosch auch neue Chancen und Märkte bedeutete. Die Weltwirtschaft litt allerdings seit 1992 an einer Rezession, die sich für Bosch ab Sommer 1992 drastisch bemerkbar machte. Ihre Auswirkungen waren Rationalisierungsmaßnahmen und ein Personalabbau an deutschen Bosch-Standorten zwischen 1992 und 1994.

    Wachsende Märkte in Osteuropa und Asien

    Gleichzeitig aber setzten verstärkte Bemühungen um die Erschließung der sich öffnenden Märkte in Asien und Osteuropa ein. So stieg der Anteil am Umsatz außerhalb Deutschlands, der 1993 noch 49 Prozent betragen hatte, bis 2000 auf 72 Prozent. Neben dem Abschluss von wichtigen Gemeinschaftsunternehmen in China und Korea gelang vor allem die Bündelung der Bosch-Aktivitäten in Japan durch die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an der Zexel Corporation 1997 bis 1999. Auch in Indien, wo Bosch seit 1919 vertreten ist und wo seit 1951 Bosch-Produkte unter der Marke Mico gefertigt werden, konnten 1997 durch die Gründung der Regionalgesellschaft Robert Bosch India Ltd. Schritte zur Neuorganisation der Bosch-Aktivitäten auf diesem Wachstumsmarkt eingeleitet werden. Gleichzeitig erfolgte der Aufbau eines Vertriebsnetzes und von Fertigungen in zahlreichen ost- und mitteleuropäischen Märkten.

    Neuerwerb und Ausbau

    Der Erwerb des Bremsengeschäfts von AlliedSignal Inc war 1996 eine wichtige Investition in der Kraftfahrzeugtechnik. 1999 erfolgte die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit der ZF Friedrichshafen zur Produktion von Lenksystemen für Personenwagen und Nutzfahrzeuge. Zur Sicherung der Weiterentwicklung des Unternehmens diente jedoch auch der Ausstieg aus zwei Geschäftsfeldern. Erstens wurden die Aktivitäten von Bosch im Bereich der Kraftfahrzeugbeleuchtung in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Magneti Marelli, die Automotive Lighting Holding, eingebracht, aus der sich Bosch schrittweise zurückzog. Zweitens erfolgte im Jahr 2000 der Rückzug aus den Produktbereichen Öffentliche Netze, Private Netze und Endgeräte im Unternehmensbereich Telekommunikation.

    Wichtige Akzente in den Unternehmensbereichen Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik sowie Industrietechnik setzten die Übernahme des Hydraulikspezialisten Mannesmann Rexroth AG (2001) und des Heiztechnikherstellers Buderus (2003). Diese Zukäufe stärkten nicht nur die Marktpositionen von Bosch in diesen Sektoren. Sie trugen auch zur Ausbalancierung des durch Kraftfahrzeugtechnik dominierten Unternehmensportfolios bei.

    Diese Politik setzt Franz Fehrenbach, der den Vorsitz der Geschäftsführung 2003 von Hermann Scholl übernahm, konsequent um. Unter seiner Führung wurden darüber hinaus die Themen „erneuerbare Energien“, „Energieeffizienz“ und „Emissionen senkende Technologien“ stark ausgebaut. Am Ende des Jahres 2000 beschäftigte Bosch erstmals weltweit mehr als 200 000 Mitarbeiter; 2006 waren es gut 260 000. Im Jahr 2004 übersprang der Umsatz die 40-Milliarden-Euro-Marke. Der Auslandsanteil am Umsatz, der 1993 noch 49 Prozent betragen hatte, lag 2006 bei 74 Prozent und damit auf einem Wert, den Bosch zuletzt vor dem Ersten Weltkrieg erreicht hatte.

    (Quell: Bosch)

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