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    „Fusselige“ Dämpfer stoppen Bremsenquietschen Lösungsansatz kämpft gegen reibungsinduzierte Vibrationen

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    Ein italienischer Forscher hat dem Quietschen von Bremsen bei Autos den Kampf angesagt. Ein „fusseliger“ Dämpfer soll das lästige Geräusch eliminieren. „Fusselig ist dabei so zu verstehen, dass er wie ein Tierpelz durch eine sehr große Zahl kleiner Strukturen charakterisiert wird“, erklärt Oliviero Giannini von der Sapienza – Università di Roma. Diese spezielle Struktur dient dazu, Vibrationen zu dämpfen, die beim Bremsen entstehen. Erste Labortests des Konzepts sind vielversprechend verlaufen. Giannini hofft, dass das System in einigen Jahren günstig für leisere Bremsmanöver der Autos auf den Straßen sorgen wird.

    Bremsenquietschen entsteht durch Vibrationen, die durch Reibungskräfte induziert werden“, sagt Giannini. Ein Dämpfungssystem, das auf das Ausmaß der Reibung reagiert und Energie absorbiert, ohne den Bremsvorgang selbst zu stören, könnte seiner Ansicht nach instabile Vibrationen der Bremsscheibe verhindern und somit das hochfrequente Geräusch kreischender Bremsen komplett eliminieren. Genau das will Giannini mit seinem Ansatz erreichen und zumindest im Labor hat er bereits Erfolg gehabt. Nun sollen an realen Bremssystemen weitere Tests der zum Patent angemeldeten Lösung folgen. „Es ist aber noch etwas früh, abzuschätzen, wann die Lösung in Produktion gehen kann“, meint der Maschinenbauingenieur. Einige Jahre werde es wohl noch dauern. Er hofft auf eine günstige Umsetzung. „Der Preis wird kein Problem gemessen an den Fahrzeugkosten – die Kunden werden ihn nicht bemerken“, ist er überzeugt. Allerdings könnten die Kosten bei ungünstiger Ausführung im Vergleich zu jenen der Bremse hoch ausfallen.

    Giannini beschreibt seinen Ansatz im demnächst erscheinenden Beitrag „Squeal suppression through a tuned fuzzy damper: a numerical study“ in der 51. Ausgabe des International Journal of Vehicle Design.Ebenso steht die Veröffentlichung einer Arbeit von Utz von Wagner, Leiter des Fachgebiets Mechatronische Maschinendynamik an der TU Berlin, und seinem Mitarbeiter Stefan Schlager an. Sie haben ein mathematisches Modell entwickelt, dass der präzisen Erklärung des Entstehens von Bremsenquietschen dient. Auch ein spezielles System, das Ingenieuren Tests neuer Zugänge zum Kampf gegen das Geräusch erleichtert, ist an der TU Berlin entstanden.

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