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    ADAC GT Masters: Wie wird ein GT3 Sportwagen abgestimmt?

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    Champion Maximilian Götz erklärt, worauf es bei der Suche nach der perfekten Abstimmung ankommt. „Die Abstimmung passt noch nicht“ oder „wir müssen noch am Set-Up arbeiten“ – oft gehörte und gelesene Sätze nach einem Trainingstag im ADAC GT Masters. Doch wie macht man sich auf die Suche nach der perfekten Abstimmung?

    „Der erste Schritt erfolgt noch in der Werkstatt des Teams bei der Vorbereitung der Fahrzeuge. Anhand der Streckencharakteristik und der jeweils aktuellen Fahrzeugeinstufung wird das Basis-Set-Up eingestellt und auch die Aerodynamik auf die Strecke angepasst. Das Basis-Set-Up ist eine Mischung aus Daten des Vorjahres, Erfahrungswerten des Teams und auch Daten, die in unserem Fall Mercedes-Benz zur Verfügung gestellt hat. Mercedes hat einen großen Datenschatz und die Basisabstimmung passt in den meisten Fällen.“

    Bei einem GT3-Sportwagen sind die Möglichkeiten anhand homologierter, also unveränderlich vorgeschriebener Teile, ohnehin eingeschränkt. „Generell hatten wir bisher auf der Fahrwerksseite nur überschaubare Möglichkeiten. Nach einer Reglementänderung bieten sich in diesem Jahr wesentlich größere Möglichkeiten, aber bisher hat das Reglement sehr enge Grenzen gesetzt. Über die Fahrzeughomologation waren zum Beispiel nur drei verschiedene Federn zugelassen. Man bewegt sich also in einem überschaubaren Fenster.“

    „Vor dem ersten freien Training wird dann der Luftdruck angepasst und die Fahrer schießen sich erst einmal auf die Strecke ein, ohne dass viel am Auto geändert wird. Man arbeitet eigentlich hauptsächlich mit dem Luftdruck. Sollte das Auto Über- und Untersteuern geht man dagegen in der Pause zwischen den beiden freien Trainings vor und arbeitet mit den Dämpfern und teilweise auch etwas mit der Aerodynamik, in dem man die Flügel steiler stellt. Am wichtigsten ist allerdings, dass beide Fahrer mit der Abstimmung gut klar kommen, und man keine Kompromisse eingehen muss.“

    Ein ausschlaggebender Faktor bei der Suche nach der richtigen Abstimmung sind auch die Reifen. Dem Reglement entsprechend kommen im freien Training meist noch gebrauchte Pneus von der vorherigen Veranstaltung zum Einsatz. „Der Unterschied in der Rundenzeit zwischen gebrauchten und neuen Reifen beträgt abhängig von der Strecke zwischen acht Zehntel und 1,5 Sekunden. Der Fahrer muss also im Qualifying das Potenzial des Reifens umsetzen, das Geheimnis liegt einmal wieder im richtigen Luftdruck. Als Fahrer muss man das Arbeitsfenster des Reifen genau treffen, dafür hat man aber nur ungefähr vier Runden Zeit, bevor die Performance des Reifens nachlässt.“

    Ist das Rennen erst einmal gestartet, bleiben nicht viele Möglichkeiten noch etwas anzupassen. „Beim Boxenstopp wird der Luftdruck kontrolliert und manchmal angepasst. Unser Mercedes-Benz SLS AMG war aber im vergangenen Jahr sehr gutmütig zu den Reifen und das Auto so sehr konstant. Wenn beide Fahrer mit dem ersten Rennen zufrieden waren, lässt man die Abstimmung auch für das zweite Rennen unverändert.“

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