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    24h-Rennen Nürburgring: Markus Winkelhock und das Rennen zweimal rund um die Uhr

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    Markus WinkelhockMarkus Winkelhock (32) entstammt einer der bekanntesten Rennsport-Dynastien Europas. Sein 1985 verstorbener Vater Manfred sowie dessen Brüder Joachim und Thomas feierten Erfolge in verschiedenen Kategorien. Mittlerweile ist Markus in ihre Fußstapfen getreten. Im vergangenen Jahr feierte der Schwabe auf einem Audi R8 LMS ultra des Audi Sport Teams Phoenix einen triumphalen Gesamtsieg beim 24h-Rennen und tritt demnach als Titelverteidiger zur 41. Auflage des legendären Eifel-Marathons an. Doch die Konkurrenz ist einmal mehr hart. Rund zwei Dutzend Fahrzeuge kommen für einen Podestplatz in Frage, was das nötige Quäntchen Glück zu einem unabdingbaren Element des Erfolgs macht.

    Markus Winkelhock ist so etwas wie ein Spätzünder im Motorsport. Ohne die heutzutage übliche Lehre im Kart zu absolvieren, stieg der Schwabe erst im Alter von 18 Jahren in den Automobilsport (Formel König) ein. Umso steiler verlief sein Aufstieg, der ihn bis in die Formel 1 und die DTM führte. Unvergessen sind seine Führungskilometer im strömenden Regen bei seinem ersten Grand-Prix-Start 2007 im Spyker auf dem Nürburgring. Das Jahr 2012 geriet zum erfolgreichsten in der bisherigen Karriere von Markus Winkelhock: Auf einem Mercedes-Benz SLS GT3 wurde der Schwabe FIA-GT- Weltmeister, auf einem Audi R8 LMS ultra feierte er den Gesamtsieg beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Und, gewissermaßen als Zuckerguss obendrauf: Am 26. Juni 2012 stellte Markus mit einem Audi R8 e-tron in 8:09,099 min auch noch einen Rundenrekord für elektrisch angetriebene Serienfahrzeuge auf der Nürburgring- Nordschleife auf.

    Erstes Rennen, erster Podestplatz
    Doch nicht nur aus diesem Grund verbindet Winkelhock eine innige Beziehung mit der Eifelrennstrecke. Auch seine Nordschleifen-Karriere  begann spät, verlief dann aber umso eindrücklicher. „Ich war 18 und hatte gerade erst meinen Führerschein in der Tasche“, erinnert sich der Sohn des unvergessenen Manfred Winkelhock. „Damals bin ich mit meinem Onkel Hans-Peter Seufert, der als Fotograf arbeitet, zur Nordschleife gefahren und durfte eine Runde drehen. Als Fahranfänger bin ich es logischerweise langsam angegangen. Aber ich war damals schon total begeistert und habe gesagt, dass ich dort einmal Autorennen fahren will. Danach bin ich aber jahrelang nicht mehr auf der Nordschleife gewesen.“ Tatsächlich sollte es zwölf Jahre dauern, bis Winkelhock sein Vorhaben in die Tat umsetzen konnte. Im Jahre 2010 gab Audi den DTM-Werkspiloten die Chance, in einem R8 LMS am 24h-Rennen teilzunehmen. Es war wie ein Sprung in eiskaltes Wasser. „Ich hatte ja so gut wie keine Erfahrungen auf dieser Strecke“, schaudert es Markus noch heute. „Nach der ersten Runde im Rennauto habe ich ernsthaft überlegt, ob ich die 24 Stunden wirklich fahren soll. Schließlich habe ich mich dafür entschieden und mich während des Rennens relativ schnell an die Strecke gewöhnt. Am Ende sind wir als bestes Audi-Team im Rennen sogar Dritte geworden!“

    Großer Triumph beim Eifel-Marathon
    Zwei Jahre später legte Markus dann noch ein paar Kohlen nach. An der Seite von Marc Basseng, Christopher Haase und Frank Stippler feierte er im R8 LMS ultra des Audi Sport Teams Phoenix einen triumphalen Gesamtsieg beim ADAC Zurich 24h-Rennen und trat damit in die Fußstapfen seines Onkels Joachim „Jockel“ Winkelhock, der den Eifel-Marathon 1991 und 1992 jeweils auf einem BMW M3 gewonnen hatte. „Das war ein absolutes Highlight meiner Karriere“, schwärmt der 32-Jährige. „Wir wussten, dass wir die Fahrer, das Auto und das Team für einen Sieg haben – aber wenn man dann tatsächlich ganz oben auf dem Podium steht, ist das sehr emotional. Vor allem angesichts derextrem hohen Leistungsdichte war dieser Triumph eine ganz große Nummer.“ Die Ziele des Titelverteidigers für die bevorstehende 41. Auflage des 24h-Rennens am Pfingst- wochenende zu erraten, erfordert nicht allzu viel Fantasie. Winkelhock grinst: „Wenn du mit der Nummer 1 auf dem Auto startest, möchtest du auch als Erster ins Ziel kommen. Aber die Konkurrenz ist groß, und in 24 Stunden kann viel passieren. Bei annähernd 200 Fahrzeugen auf der Strecke und den damit verbundenen unzähligen Überholmanövern kann man die eine oder andere Berührung kaum verhindern. Das Risiko, sich das Auto zu beschädigen, ist also hoch. Aber ich hoffe, dass das Glück wieder mit uns sein wird.“

    Beinahe wie auf einem Stadtkurs
    Doch über allem steht die Leidenschaft für die Nordschleife, der sich auch Markus Winkelhock nicht mehr entziehen kann: „Ich bin ein großer Fan von Stadtkursen, und die Nordschleife ähnelt einem Stadtkurs. Man hat zwar auch einige Geraden, wo man Gas geben kann, aber letztendlich ist das Gefühl wie auf einem Stadtkurs. Wenn man auf der Nordschleife einen Fehler macht, landet man schnell neben der Strecke.“

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