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    10.Lauf der Ring Police DSFM Meisterschaft 2013 in Monza

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    GRAB_000-1Die Fahrer wussten es aus unzähligen Trainingsrunden, und wurden im Rennen bestätigt: Dieser Kurs im königlichen Park von Monza hatte es definitiv in sich. Gefahren wurde in der DSFM-Saison 2013 nicht die aktuelle Version, sondern die SRD hielt für Nostalgiker einen echten Leckerbissen bereit. Sascha Glatter, Lars Kober und Co. durften sich auf der Monza-Version von 1988 austoben. Schmale Randsteine, das legendäre Kurvengeschlängel Rittifilo nach dem Start und höhere Kurvengeschwindigkeiten in den beiden Lesmo-Kurven. Der anspruchsvolle Kurs von Monza verlangte viel von den Fahrern im Rennen, von manchen zu viel.

    Glatter im Qualyfing souverän, Debütant Schlegel und Piranha Denker überraschen

    Im Zeittraining sah es für den Herausforderer in der Meisterschaft noch sehr gut aus. Sascha Glatter raste auf die Pole-Position, und verwies den ärgsten Kontrahenten Schmalenbach und Lokalmatador Locatello auf die Plätze. Dahinter stand mit Ruben Denker ein etwas überraschender Vierter, noch vor Lenz. Die nächste Überraschung folgte auf Platz 6, auf dem DSFM-Debütant Johann Schlegel für hochgezogene Augenbrauen sorgte. Beide Überraschungsmänner sollten im Rennen noch weiter auftrumpfen. Die Top Ten beschlossen Sander, Stefan Zagozen, Dini und Mannweiler. Lars Kober hatte im Qualyfing mit technischen Problemen zu kämpfen und startete nur von Platz 11, Maurice Dücker gar nur von 16. Beide konnten ihre jeweilige Teamkollegen im WM-Kampf erst mal nicht unterstützen.

    Ausfallorgie in den ersten Runden

    Das Kurvengeschlängel nach dem Start bereitete vielen Fahrern ein mulmiges Gefühl im Magen. Ein Nadelöhr, dazu wenig Platz neben der Strecke wegen den bedrohlich gelben Bumpern. Während auf den ersten Plätzen alles glatt ging gerieten im vorderen Mittelfeld Ruben Denker, der schlecht wegkam, Daniel Lenz und Dustin Dini aneinander, wobei es hier bei sehr leichten Blessuren blieb und niemand ernsthaft viele Plätze verlor. Pascal Schwarzkopf, der Jüngste im Feld, musste bereits zusehen. Er übersah beim Start aus der Boxengasse die rote Ampel, und wurde sofort disqualifiziert.

    Noch in der ersten Runde gab es vor der ersten Lesmo-Kurve einen harten Zweikampf zwischen Schmalenbach und Glatter, der für Schmalenbach fast an der Mauer endete. Er konnte seine Fahrt allerdings fortsetzen, lag nach Runde 1 schon wieder auf Platz 5. Am Ende der Parabolica rutschte dann Benjamin Sander von der Piste, was das Feld um Platz 6 noch weiter zusammenstauchen ließ. Richtig Chaos gab es dann aber zu Beginn der zweiten Runde, als Kober und Dini sich nicht über die Vorfahrt einigen konnten und Letzterer durch den gelben Bumper in einen Dreher katapultiert wurde. Im dichten engen nachfolgenden Feld kam es zu mehreren Auffahrunfällen, die zu einem Reparaturstopp bei Norbert Zagozen und zum Ausfall von Hans-Jörg Beck führten. Fast unabhängig davon legte eine Kurve davor Daniel Lenz, aussichtsreich auf Platz 3 fahrend zu diesem Zeitpunkt, seinen Wagen in die Wand und musste ebenfalls aufgeben. Sogar die erfahrenen Kommentatoren Daniel Hahn und Hermann Pfander mussten erst mal durchschnaufen, und nach Runde 4 führte Glatter vor Locatello, dem wieder nach vorne geeilten Schmalenbach, Denker, Zagozen und Lars Kober. Dafür standen nach 4 Runden aber auch schon 4 Ausfälle zu Buche, denn neben Schwarzkopf, Beck und Lenz musste auch Norbert Zagozen das Auto abstellen.

    Doppel-Crash bei Ring-Police, entfesselter Schmalenbach
    Gerade, als das Rennen sich etwas zu beruhigen schien, gab es den nächsten Höhepunkt – aus Sicht der italienischen Fans leider einen negativen. Massimo Locatello warf den Ring-Police-Boliden ausgangs der Parabolica in die Leitplanken. Ein längerer Reparaturstopp konnte nicht mehr helfen, der Lokalmatador war draußen. Das 5. von 8 Rennen ohne Punkte für Locatello. Nur eine Runde später konnte das gesamte Team die Koffer packen. Nach einem Fahrfehler beim Anbremsen der zweiten Schikane war auch für Teamkollege Dini das Rennen beendet. Kurios: Das Kunststück von zwei Unfällen innerhalb zweier Runden schafften die beiden Fahrer schon in Silverstone, damals sogar in der gleichen Kurve.
    Während im Mittelfeld hart um Positionen gefightet wurde und ein Ausritt von Lars Kober, ebenfalls in Parabolica, folgenlos blieb fuhr Schmalenbach wie entfesselt Bestzeit um Bestzeit. Bereits hier war klar, dass die beiden Spitzenpiloten sich auf unterschiedlichen Strategien befanden. Sebastian Schmalenbach wählte eine aggressive Drei-Stopp-Strategie und konnte die Führung, eine Runde vor seinem ersten Stopp in Runde 13 übernehmen. Sascha Glatter legte seinen ersten Stopp in Runde 21 ein, verlor die Führung dadurch an Schmalenbach, der viel schnellere Rundenzeiten fahren konnte.

    Verschiedene Strategien im Mittelfeld
    Das Mittelfeld hatte sich soweit sortiert, trotzdem gab es weiter spannende Zweikämpfe, weil es verschiedene Strategien gab. Während Mannweiler und Sander (der unglaubliche 33 Runden am Stück fuhr) auf eine 1-Stopp-Strategie setzten, versuchten Denker, Schlegel und Zagozen ihr Glück mit der konventionellen Zwei-Stopp-Strategie. Peter Mannweiler und Maurice Dücker lieferten sich kurz vor Rennmitte einen heißen Zweikampf um Platz 4. Ersterer fiel durch sehr konstante Rundenzeiten auf, und konnte die 1-Stopp-Strategie sauber zu Platz 5 umsetzen. Die beiden Überraschungsmänner aus dem Qualyfing setzten ihre starke Vorstellung im Rennen fort. Ruben Denker fuhr souverän fast das komplette Rennen auf Podiumskurs. Nur Dücker kratzte nochmal an dem erhofften Treppchen, kam nach seinem zweiten Stopp ganz knapp vor Denker zurück auf die Piste. Gerade, als sich die Zuschauer auf einen spannenden Kampf ums Podium freuten, wurde Maurice Dücker der Ausgang der Varianta Ascari zur Falle.

    Der zweite Überraschungsmann, Johann Schlegel, fuhr eine sehr konstantes und sauberes Rennen, profitierte von Fehlern wie zb Dücker und zeigte auch im Zweikampf gegen Stefan Zagozen um Runde 37, dass er weiß wie man einen Monoposto zu fahren hatte. Ein unglaublich starker vierter Platz war der verdiente Lohn am Ende von anstrengenden 53 Runden und der gesamte Respekt des kompletten Fahrerfeldes war ihm sicher. „Das Rennen hat mir richtig Spaß gemacht, wobei ich selbst gemerkt habe, dass es mir in den Zweikämpfen noch an Übung fehlt“, meinte der Debütant nach dem Rennen bescheiden. Endlich mal ohne größere Fehler fuhr auch Accelerit-Pilot Stefan Zagozen ein gutes Rennen, musste er doch, nach dem frühen Ausfall seines Teamkollegen’s, die Kohlen aus dem Feuer holen. Am Ende sprang der 6. Platz heraus, über den Zagozen sicher nicht unglücklich ist. Für den Meisterschafts-Dritten Lars Kober war es ein sehr durchwachsenes Rennen. Kober konnte in diesem Rennen nie den Speed der Spitze mitgehen und arbeitete sich nur mühsam nach vorne. Negativer Höhepunkt war dann ein Unfall ausgangs der Ascari-Schikane, 9 Runden vor Schluss auf Platz 7. Dank 75 % absolvierter Distanz konnte er die gewonnenen 3 Punkte als Trostpflaster verbuchen. Während Sanders und Michael Arens, der mit einem krummen Auto das Rennen absolvieren musste, als Ergebnis einer Kollision zu Anfang des Rennens, von dem Ausfall von Kober profitierten, entnervte Bernd Giehl sein Team zusehends. Nach Reparaturstopp zu Beginn tauchte der Piranha-Pilot in den nächsten zwei Runden noch zwei Mal in der Box auf, jeweils zu Strafen verdonnert durch Pitlane-Speedings. Mit weidwundem Auto rettete Bernd Giehl aber noch Platz 9, und damit 5 Zähler ins Ziel.

    Spannung an der Spitze

    Das ganze Schauspiel ab Platz 3 abwärts interessierte die beiden Spitzenreiter nur am Rande. Während Schmalenbach nach seinem zweiten Stopp zur Rennhalbzeit die Spitze behalten konnte wurde langsam klar, dass Sascha Glatter auf einer 1-Stopp-Strategie war, nachdem der Zeitpunkt des zweiten Stopps verstrichen war. Schmalenbach fuhr nun Runden im Qualy-Tempo, mit einem Auge immer auf den Abstand des Verfolgers. Es sah schon fast so aus, als würde die Strategie des KR-Competition-Pilot Glatters aufgehen, und er endlich wieder ein Zeichen im Titelkampf setzen können, als Schmalenbach knapp hinter dem Meisterschafts-Zweiten auf die Piste kam, nach dem letzten Tankstopp. Doch dank frischer Reifen konnte der VMR-Pilot nochmal aufdrehen und Glatter 9 Runden vor Schluss abfangen, dessen Reifen zu diesem Zeitpunkt bereits 23 Runden auf dem Buckel hatten.

    Damit feierte Schmalenbach den 5ten Sieg in Folge, und kann seinen Vorsprung in der Meisterschaft auf 16 Punkte ausbauen. Zusätzlich kann sich der VMR-Pilot noch zwei Ausfälle leisten, stehen doch momentan noch zwei 2te Plätze als Streichergebnisse zur Verfügung. Ruben Denker feierte mit Platz 3 den zweiten Podestplatz nach Imola und festigte seinen 5ten Platz in der Meisterschaft. Johann Schlegel eröffnet sein Punktekonto mit äußerst respektablen 18 Punkten und steigt auf Rang 18 in die Tabelle ein. Dahinter trudeln Mannweiler, Zagozen, Sander, Arens und Giehl auf den Plätzen ins Ziel.

    Sommerpause für die DSFM

    Nach diesem anstrengenden und teilweise sehr chaotischen Rennen in Monza haben sich die Fahrer die anstehende Sommerpause redlich verdient. Erst am 18.08 geht es weiter auf einem nicht weniger anspruchsvollen Kurs. Das Nachtrennen in Singapur steht für die Fahrer auf dem Programm, nach Monaco das zweitlängste Rennen, wenn man von der Rennzeit ausgeht. Hierfür werden viele Fahrer die Sommerpause für verstärktes Training nutzen, vor allem Sascha Glatter, der dringend Boden auf Schmalenbach aufholen muss.
    Viele Fahrer werden aber auch so nicht die Finger vom Lenkrad lassen können. Die alljährliche VROC-Meisterschaft beginnt am 14.07.2013 mit ihrem Auftaktrennen in Vagano, und wird wieder viele Formel- und Tourenwagen-Fahrer auf die verschiedensten Kurse und in die verschiedensten Autos locken.

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