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    DTM: Finale – Audi-Dreifach-Sieg im letzten Rennen

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    Audi und Hockenheim – das passt einfach zusammen. Das Finale der Vorsaison war fest in der Hand der Ingolstädter, der Auftakt im Jahr 2015 ebenfalls und auch das letzte Wochenende des Jahres machte da keine Ausnahme. Insgesamt 135.000 Zuschauer beobachteten auf dem Hockenheimring, wie sich Audi-Piloten in den beiden Rennen fünf der insgesamt sechs zu vergebenden Podestplätze ergatterten. Nach dem Doppelerfolg von Timo Scheider und Jamie Green am Samstag, sicherte sich Green vor seinen Markenkollegen Mattias Ekström und Edoardo Mortara am Sonntag den Sieg und den zweiten Platz in der Fahrerwertung. Trotz dieses beeindruckenden Abschlusses – Audi feierte beim Finale die Saisonsiege neun und zehn – gingen die Ingolstädter in den Gesamtwertungen leer aus.

    Zieleinfahrt Jamie Green

    Feuerwerk für den Sieger im letzten Lauf der DTM 2015 – Jamie Green | Foto: art of speed

    Dementsprechend verhalten fiel die Freude beim Sieger aus:

    „Es war schön in dieser Saison mit dem Auto zu fahren, es war sehr leistungsstark. Leider hat es mir jedoch auch zweimal Probleme bereitet. Das defekte Getriebe in Spielberg und das Bremsproblem beim Start am Nürburgring. Schade, da habe ich viele Punkte liegen lassen und wohl den Titel verloren. Dennoch bin ich stolz auf meine Leistung, es ist die beste Saison meiner Karriere.“

    Den Gesamtsieg hatte sich Pascal Wehrlein bereits am Samstag gesichert und erhielt zudem gemeinsam mit Christian Vietoris die Trophäe für das beste Team. Die erste Position in der Herstellerwertung verteidigten Maxime Martin, António Félix da Costa, Bruno Spengler und Martin Tomczyk, die allesamt in die Top-Ten fuhren und BMW somit den Titel bescherten.

    So ernüchternd die Gesamtbilanz für die Ingolstädter auch ausfällt, so stark präsentierten sie sich einmal mehr beim 60-minütigen Finallauf. Pole-Sitter Gary Paffett gelang es knapp dreieinhalb Runden lang, seinen Mercedes-AMG C 63 DTM vor den Audi-Piloten zu halten. Mit DRS-Unterstützung schoss Green vor der Haarnadelkurve an seinem Landsmann vorbei und zog an der Spitze davon. Wenig später tauchte Mattias Ekström im Rückspiegel Paffetts auf. Der Schwede hatte beim Start seinen dritten Platz an Maxime Martin verloren, diesen nach fünf Runden jedoch zurückerobert. Mit Paffett machte Ekström zwei Runden später kurzen Prozess und ergatterte sich den zweiten Rang.

    „In der Gesamtwertung bin ich nun Dritter. Das ist mir aber eigentlich egal. Ich bin in diesem Jahr angetreten, um Meister zu werden. Ich habe trotzdem viel Spaß gehabt und heute noch einmal alles gegeben.“

    Die beiden erfahrenen DTM-Piloten fuhren in der Folge in einer eigenen Liga und hatten im Ziel über 17 Sekunden Vorsprung auf den Drittplatzierten Edoardo Mortara. Der Italiener lieferte seinerseits ein großartiges Rennen. Vom 13. Startplatz kämpfte er sich sukzessive nach vorne, absolvierte als letzter Fahrer im Feld seinen Boxenstopp und kam nach diesem als Fünfter wieder auf die Strecke. Mit frischen Reifen war Mortara kaum noch zu halten – Timo Scheider und Paul Di Rasta hatten seinen Attacken nichts entgegenzusetzen. Er setzte die schnellste Rennrunde (1:34,086 Minuten) und beendete seine Aufholjagd auf dem dritten Platz. Mortara:

    „Das war ein fantastisches Rennen, aber dennoch war es das enttäuschendste Wochenende meiner Karriere. Ich bin als Zweiter in der Fahrerwertung nach Hockenheim gekommen und verlasse es auf dem vierten Platz.“

    Und Paffett? Der lieferte sich nach den Boxenstopps ein packendes Privatduell mit Maxime Martin. Acht Runden lang überholten sich beide gegenseitig mehrfach, setzten eine Attacke nach der anderen. In der 19. Runden setzte Martin die Entscheidende: Vor der Mercedes-Tribüne schob er sich am Briten vorbei auf Platz sechs und bot seinen Markenkollegen António Félix da Costa und Bruno Spengler durch sein Manöver ebenfalls die Chance, die beide auf Anhieb nutzten. Bitter für Paffett, gut für BMW. Die Ereignisse in der 19. Runde trugen erheblich dazu bei, dass sich die Münchener die Herstellerwertung mit 602 Punkten sicherten. Audi fehlten am Ende sieben Punkte. Punkte, die Audi mit unter in der 16. Runde durch die Lappen gegangen waren: Der zu diesem Zeitpunkt auf Platz sechs liegende Miguel Molina touchierte beim Überholversuch Christian Vietoris, der seinen Boxenstopp noch nicht absolviert hatte und im Kampf um die vorderen Plätze keine Rolle spielte. Vietoris’ Auto drehte sich und kegelte in der Spitzkehre Adrien Tambay von der Strecke, der auf dem Weg zu seinem besten Saisonergebnis war. Für seine Aktion kassierte Molina eine Drive-Through-Strafe – und zwei Audi-Piloten hatten sich auf einen Schlag aus den Punkterängen verabschiedet.

    Die BMW-Piloten rückten im Gegenzug auf und feierten im Ziel den Gewinn der Herstellerwertung. Martin:

    „Wir wollten den Herstellertitel unbedingt gewinnen, das haben wir geschafft – fantastisch!“

    Für den Champion Pascal Wehrlein endete das letzte Rennen der Saison eher ernüchternd. Auf Platz 20 überquerte er die Ziellinie und fuhr das schlechteste Resultat des Jahres heraus. Für Wehrlein aber natürlich kein Grund für schlechte Laune:

    „Heute ging einfach nicht viel. Ich bin froh, dass ich das Auto ins Ziel fahren konnte. Nun freue ich mich auf die Party mit meinem Team. Jetzt wird erst mal ordentlich gefeiert, das haben wir uns alle verdient.“

     

     

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