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    DTM: Green holt Sieg in Zandvoort – Race 10 mit Überraschungen

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    Green holt Sieg in Zandvoort

    #53 - Green von Pole zum Sieg | foto: aos

    #53 – Green von Pole zum Sieg | foto: aos

    Green holt Sieg in Zandvoort – 38.000 Zuschauer verfolgten dieses Spektakel in den niederländischen Dünen. Vor allem das Sonntagsrennen wartete mit einem Finale auf, das dramatischer kaum hätte sein können. Mit einem Urschrei begrüßte der Sieger Jamie Green nach 39 Runden die geschwenkte Zielflagge, drehte in seinem Audi einige Freuden-Donuts und sprang mit einem gewaltigen Satz in die jubelnden Arme seines Teams.

    „Vor den Boxenstopps habe ich schon sehr an meinem Sieg gezweifelt. Mein Rückspiegel war voller Konkurrenten, die mir doch sehr dicht auf die Pelle gerückt sind“, schildert der Brite seine ersten Runden. „Nach dem Stopp lief es dann viel besser. Der zweite Satz Reifen hat wunderbar funktioniert und ich konnte das Rennen kontrollieren.“

    Dass sein Vorsprung letztlich zehn Sekunden betrug, hatte jedoch auch eine andere Ursache, die bei Mercedes-AMG für lange Gesichter sorgte. Eine Ausnahme machte da Gary Paffett, der erstmals in dieser Saison das Podium erklomm – Platz zwei. Dass Edoardo Mortara dort ebenfalls feiern durfte, hätte der Audi-Pilot nur wenige Runden vor dem Ziel selbst nicht zu träumen gewagt.

    Green holt Sieg in Zandvoort | foto: aos

    Green holt Sieg in Zandvoort | foto: aos

    Denn bis zur 34. Runde schien die Reihenfolge auf den ersten fünf Plätzen entschieden. Jamie Green führte mit beruhigendem Abstand vor Robert Wickens, Gary Paffett, Christian Vietoris und Edoardo Mortara. Wickens hatte einen perfekten Start hingelegt und vor der ersten Kurve die vor ihm ins Rennen gegangenen Mortara und Vietoris bereits für Platz drei überholt. Paffett, der seinen zweiten Startplatz zunächst verteidigte, ließ den in der Meisterschaft deutlich aussichtsreicher platzierten Kanadier in der dritten Runde passieren. Im Dreierpack machten sich Wickens, Paffett und Vietoris auf die Verfolgung von Green und schienen zunächst die besseren Karten zu haben. Nach den Boxenstopps aber konnten die drei Mercedes-AMG-Piloten die Pace des Spitzenreiters – der zudem einen perfekten Service erhielt und schon dadurch knapp 1,5 Sekunden gutmachte – nicht mehr mitgehen. Die Rangfolge der ersten Fünf blieb lange unverändert, die Stuttgarter hatten zwar nicht den Sieg, aber eine satte Punktausbeute vor Augen. Doch in der sechstletzten Runde nahm das Drama seinen Lauf. Plötzlich pflügte Wickens durch das Gras neben der Strecke, nur Sekunden später fuhr Vietoris in stark verringertem Tempo über die Start-Ziel-Gerade – Reifenschäden an beiden Fahrzeugen.

    Gary Paffett #2 - freut sich über seinen 2. Platz | foto: aos

    Gary Paffett #2 – freut sich über seinen 2. Platz | foto: aos

    „Jammerschade für Mercedes“, fand auch Paffett, der sich aber natürlich über sein Ergebnis freute. „Ich habe bei mir keine Schäden an den Reifen spüren können, aber ich war in dieser Beziehung bestimmt am absoluten Limit. Für mich war es ein fantastisches Rennen und nach meinem vierten Platz gestern das beste Wochenende seit langem.“

    Ohne die Panne hätte auch Wickens eines der erfolgreichsten DTM-Wochenenden seiner Karriere erlebt und ganz nebenbei in der Gesamtwertung mit dem Führenden, Marco Wittmann, gleichziehen können. Der lieferte erneut ein konstantes Rennen ab, holte alles aus seinem BMW heraus und fuhr lange Zeit auf dem sechsten Rang. Der Ausfall der beiden Mercedes-AMG spielte ihm dann aber voll in die Karten.

    Marco Wittmann P4 | foto: aos

    Marco Wittmann P4 | foto: aos

    „Diese Punkte nehmen wir natürlich gerne mit – für die Reifenschäden kann ich ja nichts“,

    bilanzierte Wittmann, der auf dem vierten Platz ins Ziel fuhr und die Tabelle mit nun 105 Punkten weiterhin anführt.

    Mit 98 Punkten ist Green sein ärgster Verfolger, der seinerseits zehn Punkte vor Mortara liegt.

    „Gestern hatte ich mit der Strafe viel Pech – heute dafür Glück. Insgesamt war es ein sehr gutes Wochenende für mich und Audi“,

    sagte ein zufriedener Mortara.

    Trotz des bitteren Ausgangs für seinen Hersteller hatte ein weiterer Mercedes-AMG-Pilot noch ein wenig Grund zur Freude. Lucas Auer machte während des Rennens satte zehn Plätze gut und fuhr als Neunter noch in die Punkte. Der junge Österreicher hatte zuvor im Duell gegen Martin Tomczyk das wohl spektakulärste Überholmanöver des Wochenendes gezeigt, war in der ‚Tarzanbocht’ mit viel Mut auf der Außenbahn am BMW-Piloten – Tomczyk belegte letztlich Platz elf – vorbeigegangen.

    „Lucas, gib uns mehr davon!“

    lobte das Team über den Funk.

    In fünf Wochen bekommen Auer und seine 23 DTM-Kollegen auf dem Moskau Raceway in Russland für solche Manöver die nächste Gelegenheit. Auf dem hochmodernen Kurs steigt zwischen dem 19. und 21. August das sechste DTM-Wochenende der Saison.

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