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    Wunschdenken im Überlebenskampf – DTM 2021

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    Wunschdenken im Überlebenskampf – DTM 2021, eine Chance für den deutschen Motorsport? Bereits 2006 hat die FIA Rennwagen auf Basis der GT3-Kategorie zugelassen. Das Technische Reglement der DTM für 2021 wurde der FIA vorgelegt. Faktisch wird es sich dabei um aktuelle GT3-Autos handeln, die auch im ADAC GT Masters, der GT World Challenge von Promoter Stephane Ratel oder in der NLS-Serie zum Einsatz kommen. Einzig neu wird der Name sein: aus DTM wird dann der Eigenname „GT-Pro“ sein.

    Press conference with Gerhard Berger (ITR), 2020 Copyright: HOCH ZWEI / Thomas Suer

    Mit einschneidenden Änderungen an den derzeitigen GT3-Autos ist aus Kostengründen nicht zu rechnen. Damit wird sich am Konzept in der DTM nicht viel ändern. „Veränderungen vielleicht hier und dort, die aber keine Kostenmaßnahmen bedeuten“, bestätigt Gerhard Berger.

    Eine relevante Leistungssteigerung ist ohne größere Umbauten am Motor und der Kühlung nicht möglich. Es wird von kleineren „Eingriffen“ gesprochen, diese werden maximal 50 PS mehr freigeben können. Damit bleibt der erforderliche Effekt auf der Strecke!

    Wer soll das bezahlen?

    Wunschdenken im Überlebenskampf - DTM 2021

    Die DTM war seit 1988 durchgängig reiner Werkssport und wurde vorrangig durch die Hersteller finanziert. Nachdem nun die Hersteller nach und nach dieses Format des Motorsports verlassen haben, müssen für den Fortbestand der DTM interessierte Geldgeber gefunden werden.

    Grundsätzlich haben Audi und BMW ihre Unterstützung auch über das Jahr 2020 hinaus der ITR zugesichert. Wie das ganze jedoch in Zukunft aussehen könnte, lässt viel Spielraum für Spekulationen.

    Wie sehen Audi und BMW ihre Möglichkeiten zur weiteren Unterstützzung?

    Wunschdenken im Überlebenskampf - DTM 2021

    #27 Jonathan Aberdein – BMW, #53 Jamie Green Audi | foto: Zolder [BEL] aos

    Audi und BMW haben in den Medien bereits signalisiert, interessierten Teams zu helfen. Man spricht im Motorsport von einer erweiterten Werksunterstützung. „Ähnlich der Situation, die wir jetzt im Kundensport sehen, wo Teams auch eine Unterstützung erhalten“, erklärt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Vordergründig soll es hier um den technischen Support gehen und die Bereitstellung von Werksfahrern. Was bisher nicht vorgesehen ist, ist ein Budget für Einsätze in der etwas anders ausgerichteten DTM im kommenden Jahr.

    Die Hersteller sind dennoch grundsätzlich an einer Fortführung der DTM mit GT3-Autos interessiert. Somit haben Sie eine weitere Plattform, auf der sie ihre Fahrzeuge präsentieren können und somit wird der Verkauf angekurbelt.

    Wunschdenken im Überlebenskampf – DTM 2021

    Wenn es nach Gerhard Berger geht, so wünscht er sich ausschließlich Profi-Rennfahrer und professionelle Teams in der DTM. Das bedeutet, dass nur Fahrer, die mit dem Rennsport ihren Lebensunterhalt verdienen, an den Start gehen dürften. Berger ist zuversichtlich, weil er weiß, dass der Zuspruch groß sein wird. Er ist davon überzeugt, dass die GT-Sprint-Serie die Beste der Welt sein wird!

    Hört man sich in der Szene um, kommen in Deutschland rund 20 Teams in Frage, die einen GT3-Einsatz in der DTM mit der notwendigen Professionalität stemmen können. Auch die Frage nach Sponsoren stellt für diese Teams keine unüberwindliche Hürde dar. Einige namhafte Teams haben bereits Interesse bekundet. Andere wollen noch die nächsten Schritte abwarten. Aber letztendlich hängt es einzig und allein von der Finanzierung ab.

    Zum DTM-Finale in Hockenheim sollen weitere Details bekanntgegeben werden. Bis zur neuen Saison ist nicht mehr viel Zeit und in den vergangenen Jahren standen die Planungen unter normalen Umständen längst fest. In diesem Jahr wird alles von der Corona-Pandemie beherrscht und nichts ist, wie es mal war.

    Wie könnte das Rennformat aussehen?

    Das bekannte Format soll beibehalten werden. Trainings, Qualifyings und zwei Sprint-Rennen mit einer Dauer von rund 60 Minuten pro Wochenende. Andere GT3-Serien fahren mit Fahrerwechsel, darauf wird die DTM verzichten. Jedem Auto wird auch zukünftig nur ein Fahrer zugeteilt. Rad-an-Rad-Duelle sollen ebenfalls für die Fans erhalten bleiben. Interessant wird die Umsetzung beim Startprozedere. Aktuell starten die DTM-Autos stehend. GT3-Autos sind allerdings auf einen fliegenden Start konzipiert. Sollte an einem stehenden Startprozedere festgehalten werden, müssten die Kupplungen entsprechend homologisiert werden und das bedeute wieder Kosten…

    Wie wird der DTM-Rennkalender 2021 aussehen?

    Auch in Zukunft sind rund zehn Rennwochenenden pro Saison geplant und der Kalender soll dem der vergangenen Jahre ähneln. 50 Prozent der Rennen werden in Deutschland stattfinden und 50 Prozent werden internationale Rennen in Europa ausgetragen.

    Die neue Ausrichtung der DTM muss bei der Terminfindung ihrer Rennen nun auf noch mehr Überschneidungen achten. In der Vergangenheit sollten Überschneidungen mit der Formel 1, der Formel E und den großen 24-Stunden-Rennen vermieden werden. Nun kommen noch ein paar Serien hinzu. Da zahlreiche GT3-Teams aus Kostengründen parallel in mehreren Serien antreten. Das bedeutet, dass die Planer die Termine der ADAC GT Masters, die GT World Challenge und die NLS auf dem Schirm haben müssen.

    Was wird dem Fan noch geboten?

    Vor Jahren gab es Fans, die nicht wegen der DTM an den Ring kamen, sondern wegen der interessanten Rahmenserien. Aber das Rahmenprogramm rückte in den letzten Jahren immer wieder in die Kritik. Sicher ist zum aktuellen Zeitpunkt nur, dass die neu geschaffene DTM Trophy mit ihren GT4-Autos ein fixer Bestandteil bleiben soll. Was mit weiteren Rahmenserien wie dem GTC Race oder den Tourenwagen Classics geschieht, ließ Berger zunächst offen.

    Für Berger ist es nach wie vor wichtig, dass der Event-Charakter, insbesondere für Familien, stärker in den Focus rücken muss. Ansätze waren hierzu in den vergangenen Jahren zu erkennen, aber der befragte Fan sah das etwas anders. Der Slogan „laut.nah.dran“ war gut gemeint, aber nur halbherzig umgesetzt. Ist das auch nur ein Wunschdenken im Überlebenskampf – DTM 2021?

    Wer überträgt die Rennen in Zukunft?

    Die DTM bleibt nach dem Wechsel des Reglements auch weiterhin bei Sat.1. Das bestätigte der Privatsender und die DTM in einer Pressemitteilung.

    Super GT – noch bevor es richtig losging, schon beendet?

    Masaaki Bandoh (Chairman GTA), Gerhard Berger (Chairman ITR) SUPER GT x DTM Dream Race, Sunday, Race 2, Fuji Speedway © SUPER GT

    Die DTM hat auch für 2021 das bestehende Class-1-Reglement eingereicht. Mit dem Ende der Class-1-Ära endet vorerst auch die langjährig ausgearbeitete Zusammenarbeit mit der Super GT.

     

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