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    DTM 2021: Die GT3 Ära hat begonnen

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    DTM 2021: Die GT3 Ära hat begonnen. Zum ersten Mal treffen alle Teams der neuen technischen Ära zusammen. Die Class-1-Autos sind bekanntermaßen Geschichte. In dieser Saison kommen GT3-Autos zum Einsatz, die von privaten und zum Teil werksunterstützen Teams eingesetzt werden.

    Zehn Teams waren am 07./08. April bei den ersten offiziellen Testfahrten auf dem Hockenheimring am Start. Die 35. Saison der Traditions-Rennserie und Ferrari startet erstmals in der DTM. Die kraftvollen GT3-Rennwagen schreiben ein weiteres Kapitel der langen DTM-Geschichte. Mit Sophia Flörsch gibt es wieder eine schnelle Lady, die den Spuren der bisher einzigen weiblichen DTM-Siegerin Ellen Lohr folgen wird.

    DTM 2021: Die GT3 Ära hat begonnen

    Sophia Flörsch (GER) Abt Sportsline – DTM-Testfahrten mit GT3-Fahrzeugen auf dem Hockenheimring. | foto: aos @Thomas Pakusch

     

    DTM-Testfahrten Hockenheimring 2021

    Sophia Flörsch (GER) auf der Rennstrecke | foto: aos @Thomas Pakusch

    Das Starterfeld

    Bunt gemischt und international wie lange nicht mehr. Alex Albon, Timo Glock und Christian Klien bringen Formel-1-Erfahrung mit, Mike Rockenfeller hat Le Mans und die DTM gewonnen, mit Kelvin und Sheldon van der Linde duelliert sich ein junges Brüderpaar in unterschiedlichen Rennwagen, der Inder Arjun Maini sorgt für die 30. Fahrer-Nation der DTM-Historie. Nico Müller kehrt zum Team Rosberg zurück. Mit Gary Paffett, Daniel Juncadella, Lucas Auer und Maximilian Götz reihen sich weitere bekannte Gesichter in das Starterfeld ein. Sie fuhren bereits zu Mercedes-Zeiten mit dem Stern und bleiben diesem auch weiterhin treu. 18 Fahrer haben ihre Runden gedreht und erste Erfahrungen für die diesjährigen Saison sammeln können.

    DTM 2021: Die GT3 Ära hat begonnen

    Timo Glock (GER) ROWE Racing – BMW M6 GT3 – DTM-Testfahrten mit GT3-Fahrzeugen Hockenheimring | foto: aos @Thomas Pakusch

    Die Nase ganz weit vorn

    Maximilian Götz gerade wieder in der DTM zurück hat er sich den Platz 1 in der Zeitenliste gesichert. Bestzeit für sein HRT-Mercedes-Team bei den ersten offiziellen Testfahrten. Der AMG-Fahrer hatte es schwieriger erwartet, aber wenn es einmal rollt, dann rollt’s.

    Wetterkapriolen

    Dafür ist Hockenheim bekannt. In den vergangenen Jahren wurde oft vor Kälte gezittert oder man wurde naß bis auf die Haut. So auch bei den Testtagen in diesem Jahr. Diesmal war es kein Regen, sondern Schnee, der die Bedingungen beeinflusste. Es dauerte, bis die Reifen Grip bekamen.

    Kurioser Zwischenfall

    DTM 2021: Die GT3 Ära hat begonnen

    Vincent Abril (FRA) Haupt Racing Team – Mercedes-AMG GT – DTM-Testfahrten Hockenheimring | foto: aos @Thomas Pakusch

    Am Mittwoch wurde kurzerhand der vorgegebene Zeitplan über den Haufen geschmissen. Die Mittagspause wurde noch pünktlich eingehalten, aber danach begann das Warten. Die Autos der Rahmenserie, die DTM-Trophy, waren zu laut. Es klingt kurios, aber das war der Grund für die Unterbrechung. Messgeräte, die in Kurve 1 auf dem Hockenheimring aufgestellt sind, registrierten Werte, die die Grenze des Erlaubten überschritten.

    Insgesamt kam es sogar zu sechs Lärm-Verstößen. Gemessen wurden Werte zwischen 105 und 107 Dezibel. Auf der Strecke unterwegs waren am Vormittag ausschließlich GT4-BMW, fünf an der Zahl, von Walkenhorst und Hofor.

    Auf dem badischen Kurs waren nur maximal 98 Dezibel erlaubt, da die DTM-Testfahrten als sogenannter C-Test angemeldet worden sind. Bei der Anmeldung eines B-Tests dürfen die Autos etwa bis zu 109 Dezibel laut sein – allerdings gelten dann andere Bestimmungen wie eine verkürzte Fahrzeit auf der Rennstrecke.

    DTM 2021: Die GT3 Ära hat begonnen – Fazit der Testtage

    Die Mercedes-Stärke, die sich bereits in den Sessions abzeichnete, hielt bis zum Schluss. Auf den ersten sechs Positionen stehen ausschließlich Piloten eines Mercedes-AMG GT3. Mike Rockenfeller auf Platz sieben ist bester Audi-Fahrer. Alex Albon führt auf der neunten Position das AF-Corse-Duo an. Marco Wittmann beendete den zweiten Testtag auf Platz zwölf als bester BMW-Pilot. Das waren sie, die ersten Testfahrten der neuen DTM-Ära mit GT3-Autos. Am Ende ein zumindest auf dem Papier eindeutiges Ergebnis. Und eines, das viele Fragen offenlässt, die es im Nachgang zu klären gilt.

    DTM 2021: Die GT3 Ära hat begonnen

    Liam Lawson (AF Corse – Ferrari 488 GT3) – DTM-Testfahrten mit GT3-Fahrzeugen Hockenheimring | foto: aos @Thomas Pakusch

    Balance of Performance (BoP)

    Die DTM setzt 2021 eine Balance of Performance (BoP) ein, um die unterschiedlichen Fahrzeuge in der ersten Saison mit GT3-Rennwagen anzugleichen. Die DTM-Dachorganisation ITR wird die Einstufung wie in der DTM Trophy selbst übernehmen. Jetzt hat die Rennserie mit AVL Racing einen Partner vorgestellt, der sie dabei unterstützt.

    AVL ist in Graz ansässig und weltweit in der Automobilbranche tätig. Viele Aufgabenbereiche sind im Motorsport angesiedelt. Der Automobildienstleister ist in Projekte in 15 Rennserien involviert. In den vergangenen Jahrzehnten erarbeitete sich das Unternehmen in den Bereichen Antriebsstrangentwicklung, Fahrzeugsimulation, Prüfstände und Prototypenherstellung eine technische Expertise.

    Eine eigene Software berechnet die Performance der Fahrzeuge

    Um die Performance der Fahrzeuge und eine BoP zu berechnen, setzt AVL eine eigene Software mit dem Namen Vehicle Simulation Model (VSM) Race ein. Sie ist mittels Cloud-Computing in der Lage, zwischen zwei Trainingssessions bis zu 100.000 Runden zu simulieren. So kann die Performance unterschiedlicher Fahrzeug-Konzepte wie Front-, Mittel- und Heckmotor sowie verschiedener Motorenvarianten – Acht- oder Zehnzylinder, Turbo- oder Saugmotor – angeglichen werden, um ein enges Teilnehmerfeld zu kreieren. Nach aktuellem Stand ist in der DTM-Saison 2021 der Einsatz von GT3-Fahrzeugen der Hersteller Audi, BMW, Mercedes, Ferrari und McLaren vorgesehen.

    Die gemeinsame BoP von ITR und AVL basiert auf virtuell simulierten Runden. Damit unterscheidet sich die Herangehensweise von jener in anderen Rennserien. Dort werden auch Erkenntnisse realer Testfahrten berücksichtigt. Durch die Simulation ist es möglich, äußere Einflüsse wie das Wetter und die Streckenbeschaffenheit bei der Berechnung einer Basis-BoP auszuschließen. Jedoch werden diese Faktoren bei der Erstellung der streckenabhängigen BoP berücksichtigt. Besonders Temperatur und Umgebungsluftdruck haben einen relevanten Einfluss auf die Motorleistung. Ebenso wichtig ist das tatsächliche Haftungsniveau der unterschiedlichen Fahrzeuge. Dabei werden große Datenmengen und eigene Daten aus Testfahrten, Trainings und Rennen der DTM-Saison verwendet.

    Ellen Lohr weiterhin aktiv für spannenden Motorsport

    Unlängst baute AVL seine DTM-Expertise aus. Ellen Lohr ist seit diesem Jahr Motorsport-Direktorin beim österreichischen Automobil- und Motorsportdienstleister. „Seit mittlerweile 20 Jahren arbeitet AVL mit der Software VSM Race daran, verschiedene Fahrzeug- und Antriebssysteme miteinander zu vergleichen“, sagt die bislang einzige Siegerin eines DTM-Rennens. „Unser Anspruch ist es, mit unseren Ingenieuren und zusammen mit der ITR eine effektive BoP als Fundament für spannenden Motorsport zu erstellen.“

    DTM 2021: Die GT3 Ära hat begonnen! Zum ersten Test wurde coronabedingt wieder nur eine handvoll Mediavertreter eingeladen. Wir hoffen, dass in diesem Jahr die Rennen mit Fans stattfinden können. Wir werden auf jeden Fall von den Rennwochenenden für alle Interessierten berichten. Bis dahin wünschen wir allen eine kurzweilige Zeit und vor allem bleibt gesund!

    Weitere Informationen auf DTM.com

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